Bei ROCK YOUR LIFE! werden eigentlich Mentoring-Beziehungen zwischen Studierenden und Schüler:innen hergestellt. Wenn aber die Vorsitzenden eines Standorts eine:n Mentorin bekommen, und zwar eine:n RYL-Alumni, dann nennt man das Level-Up Mentoring. Hierbei können Erfahrungen bezüglich der Vereinsarbeit von einem langjährigen Mitglied weitergegeben werden. Heute spreche ich mit Isabelle Pooth, der Level Up! Mentorin für den Kölner Standort.

RYL! Köln: Liebe Isabelle, schön, dass du dir die Zeit genommen hast, mir ein paar Fragen zu beantworten. Erzähl doch mal, wann und wo du ROCK YOUR LIFE! beigetreten bist.

Isabelle: Ich habe 2015 in Bonn nach einem Ehrenamt gesucht. Dort gab es damals noch keinen RYL! Verein, aber es wurden Gründer:innen für den Standort Bonn gesucht. Nachdem zwei weitere Freiwillige gefunden und einige Hürden genommen waren, haben wir dann den RYL! Standort Bonn gegründet. Das war zunächst sehr viel Arbeit bevor unsere erste Kohorte starten konnte. Des­halb aber auch umso euphorisierender als es dann richtig losging!

RYL! Köln: Was würdest du sagen, war deine schönste Erfahrung oder dein schönstes Erlebnis im Rahmen von RYL!?

Isabelle: Ich glaube, die schönsten Gefühle verbinde ich mit unserem ersten Training. Als wir unsere erste Kohorte in Bonn mit 15 Mentori:nnen und Mentees zusammengetrommelt hatten und alle zusammengekommen sind. Endlich ging es los, nachdem wir ein Jahr lang so geackert hatten. Ich würde sagen, das war so der beste Moment für mich persönlich. Für den Verein und die Mentees war toll, dass wir einmal an einem Brückentag ein ganzes Kino nur für uns hatten. Das Kino hatte für uns vorbereitet, dass wir Pop­corn essen und zu bestimmten Uhrzeiten Filme schauen konnten.

RYL! Köln: Das ist wahrscheinlich auch für die Schüler:innen ein Erlebnis gewesen, das sie so schnell nicht wieder vergessen haben. Wie genau bist du dann als Level-up Mentorin nach Köln geraten? Du wohnst auch zurzeit gar nicht mehr in Köln, oder?

Isabelle: Ich wusste eigentlich schon, dass ich nur für drei Monate wegen eines Praktikums in Köln sein würde und habe geschaut, ob RYL! Köln vielleicht Unterstützung gebrauchen könnte. Dann stellte sich heraus, dass der Verein gerade in der Neugründung steckte und ich schaute bei einem virtuellen Orga-Meeting vorbei. Ich habe mich im Team direkt sehr wohlgefühlt. Ich habe Köln dann zwar wieder verlassen, aber wollte dem lieben Orga-Team und dem Verein erhalten bleiben. Also entschloss ich mich, Teil des Alumni-Vereins zu werden. So bin ich zur Level Up! Mentorin für den Kölner Standort geworden, obwohl ich zur Zeit in Lüneburg bin.

RYL! Köln: Du führst also sozusagen zurzeit eine Fernbeziehung mit RYL! Köln. Was motiviert dich denn so langjährig bei RYL! tätig zu sein?

Isabelle: Einerseits mag ich es total, mit den Jugendlichen zu arbeiten. Ich bin auch selber aus einer Familie, in der eigentlich niemand Akademiker ist. Ich hatte niemanden in meinem Umfeld, der mich wirklich beraten konnte. Von daher ist das eine tiefe persönliche Motivation für mich, das weiterzugeben, was ich selbst nicht hatte. Andererseits mag ich auch den ganzen vibe, die community und auch das deutschlandweite vernetzt sein. Es ist einfach cool, egal in welche Stadt ich komme, dass es diesen Verein gibt. Ich habe über RYL! so viele Leute kennengelernt, die mit so viel Herz und Seele dieses Ehrenamt ausführen. Das schweißt schon zusammen und gibt mir per­sönlich auch ganz viel.

RYL! Köln: Würdest du also sagen, dass ein Teil von RYL! zu sein, dein Leben verändert hat? Hättest du dieselben Entscheidungen getroffen ohne RYL! in deinem Leben?

Isabelle: Ich habe ja zuerst einen Abschluss in Romanistik in Bonn gemacht, aber ich wollte schon immer Psychologie studieren. Mit Sicherheit hat es eine Rolle gespielt, dass ich gesehen habe, wie schön es ist, Menschen zusammenzutrommeln und sich für eine Sache so zu begeistern. Ich habe auch bei der Arbeit mit RYL! gemerkt, dass es eine große Stärke von mir ist, Menschen zu einer Gruppe zu formen, weil ich einfach ein sehr sozialer Mensch bin. Das alles hat mich schon darin bestärkt, zu sagen, ich muss auf jeden Fall noch Psychologie studieren und kann nicht bei Romanis­tik bleiben.

RYL! Köln: So gesehen ist das ja eine Win-win-Situation. Du gibst etwas zurück, was dir selbst gefehlt hat und ziehst dabei aus der Arbeit bei RYL! für dein eigenes Leben etwas. Was wünschst du dir für die Zukunft von RYL! Köln?

Isabelle: Ich wünsche mir auf jeden Fall, dass der Standort stark und stabil wird. Also, dass der Kohortenstart im Mai den Verein so zusammenschweißt, dass daraus wieder etwas Neues entstehen kann, das am Ende den Spirit von RYL! Köln ausmacht. Zudem kennt sich keiner aus dem Team persönlich, alle haben sich nur virtuell kennengelernt. Für den Standort Köln war es im letzten Jahr sehr schwer. Ich wünsche mir einfach, dass wir coole Ideen umsetzten, sodass wir alle euphorisiert davon sind.

RYL! Köln: Und nun abschließend, was wünschst du dir für RYL! allgemein, Isabelle?

Isabelle: Für ROCK YOUR LIFE! als Netzwerk wünsch ich mir, dass es weiterwächst, obwohl es auch schon riesengroß ist und auch richtig gut wirkt, wie die Studie vom ifo Institut belegt. Viel­leicht wachsen die Vereine auch nochmal weiter, weil es jetzt auch wissenschaftlich fundiert ist. Ich hoffe, dass dies alles dann einfach nochmal zu mehr Chancengerechtigkeit führen kann. Das wäre schön!